Ein heisses Bad, drei Miso-Suppen und viele unbekannte Zeichen.

野沢温泉村, 8. März 2019 – So könnte man unsere ersten 24 Stunden in Japan zusammenfassen. Ich sitze in unserem kleinen Toyota und schreibe diese Zeilen am Fusse der tief verschneiten Schneeberge von Nozawa-Onsen in der Präfektur Nagano. Es ist ziemlich kalt, ich trage meine Mütze und warme Kleider.

Kaum zu glauben, gestern beklagte ich mich noch über die australische Hitze. Dieser Klimawechsel, wenn auch etwas extrem, ist genau nach meinem Geschmack. Ich mag es lieber kühler! Und zum Glück haben wir eine heizbare Matratze und drei verschiedene Decken im Auto, so kann man gemütlich schlafen.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Dieser kleine Toyota ist für die nächsten rund 25 Tage unser zu Hause. Wir werden mit ihm Japan über den Landweg bereisen. Der Start der Reise ist definitiv geglückt…

… Gleich nach unserer Ankunft in Narita bei Tokio nehmen wir das Mietauto in Empfang. Kimi, unser Vermieter von Camgo Japan, erklärt uns geduldig alles Wissenswerte für unsere Reise: Die wichtigsten japanischen Verkehrsschilder- und Regeln, die Sauberkeitsregeln (ein ganz wichtiges Thema in Japan), die Parkregelung und gibt uns ausserdem nützliche Informationen zu den öffentlichen Bäder und den kostenlosen Raststätten für die Nacht.

Dann geht es los. Wir fahren die ersten 100 Kilometer durch das nächtliche Tokio. Und, wie könnte es anders sein, wir biegen bereits in der ersten Stunde zwei Mal falsch ab. Google Maps kann zwar viel, aber manchmal scheitern wir dann trotzdem an den für uns unverständlichen japanischen Zeichen und Signalisierungen.

Als wir dann endlich einen Rastplatz für die Nacht finden, machen wir uns hungrig auf die Suche nach einem Abendessen. Überall auf dem Rastplatz gibt es blinkende Automaten, mit kühlen aber auch heissen (!) Getränken und Süppchen. Wir finden ein kleines Raststätten-Restaurant mit einem Picture-Menü (was für ein Glück). Die Bilderwand zeigt, was man alles bestellen kann. Was die Gerichte aber im Detail zu bieten haben, müssen wir erraten, denn die japanischen Zeichen sind für uns nicht erschliessbar. An einem Automaten wählen wir dann die Ziffer des für uns ansprechendsten Menüs aus, werfen das Geld ein und bringen das Ticket an den Tresen. Ein paar Minuten später schlürfen wir je eine warme, leckere Miso-Suppe.

Am nächsten Tag fahren wir in Richtung Nagano. Um die Mautstrassen zu vermeiden, überqueren wir einen verschneiten Pass. Bei einem kleinen Dörfchen machen wir Halt und ich esse erneut eine Miso-Suppe, Mirko bestellt sich ein paniertes Fleisch mit Reis. Wir kommunizieren etwas unbeholfen mit dem Koch, können aber sagen, dass wir aus der Schweiz kommen und das Essen lecker ist. Wohl kommen hier nicht viele Touristen vorbei und der Besitzer spendiert uns freudig ein Dessert, eine Art Roulade mit Sahne.

Nach einer abenteuerlichen Weiterfahrt über einen verschneiten Bergpass erreichen wir etwas später das Skigebiet Nozawa-Onsen. Hier erkunden wir uns voller Vorfreude über mögliche Ski-Mieten und machen danach Halt bei einem traditionellen Onsen. Onsen ist die japanische Bezeichnung für eine heiße Quelle. Meist für Männer und Frauen getrennt, kann man sich in diesem Quellwasser waschen, baden und entspannen. Für uns ist dieser Programmpunkt auch eine gute Möglichkeit, aufzuwärmen und die Eindrücke der ersten 24 Stunden in diesem Land Revue passieren zu lassen.

Hier mache ich fürs Erste einen Punkt. Bis bald, Sayōnara.

P.S. Unsere Route durch Japan könnt ihr hier verfolgen.

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Natalie and Mirko, Machu Picchu Peru

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